„Fenster in die Region: Schaffung eines touristischen High-Lights“
Sanierung und Aktivierung des historischen Neuwirtstadls Mauterndorf
Die bestehende Situation ist geprägt von der Lage des Grundstückes im Zentrum von Mauterndorf. Sein bauliches Gepräge erhält der Ort durch eine gewachsene Struktur mit großteils geschlossener Bebauung. Der Neuwirtstadel liegt direkt an der Hauptstraße, auf halbem Weg zwischen der Pfarrkirche St.Bartholomäus und der Burg Mauterndorf und stellt durch seine Positionierung als Solitär eine Besonderheit dar.
Die bestehende Bausubstanz reicht teilweise bis ins 15.Jh. zurück und ist charakterisiert durch sukzessive Um- und Erweiterungsbauten. Die Bauten der näheren Umgebung sind von heterogenem Gepräge mit differenziertem architektonischem Ausdruck.
Die Neukonzeption des Neuwirtstadel entwickelt sich strukturell aus den örtlichen und baulichen Gegebenheiten. Die komplexe Aufgabenstellung wird durch einfachste Interventionen gelöst, ein neues „Haus im Haus“ entsteht. Sämtliche Bereiche werden behutsam und im Sinne eines funktionierenden Ganzen durch wenige Maßnahmen zusammengeführt.
Als Zugang und interessantes Erschließungselement dient eine neugestaltete Treppenanlage anstatt der Rampe zum bestehenden Tor. Sie führt zu einer Verteilerebene im 1.OG des neuen Museums, welche neben offenen Raumzonen mit größerer Raumhöhe, sämtliche Ebenen mit funktioneller Logik und großer räumlicher Spannung barrierefrei zusammenführt. Auf dieser Ebene entsteht so eine offene Foyerzone mit Möglichkeiten für Mehrfachnutzungen von Kassa, Shop, Lesebereichen und kleineren Veranstaltungen. Im Erdgeschoss ist der getrennt vom musealen Ablauf bespielbare Ausstellungsraum – die Black Box – situiert, sowie Garderoben, Toilettanlagen, Nebenräume und Büro. Ein Café wird ebenso im EG des Bestandsbaukörpers situiert und lädt an dieser Position zum Verweilen vor einem Kleinkinderspielbereich ein. Die beiden weiteren Obergeschosse mit unterschiedlichen Raumhöhen beinhalten Raumzonen wahlweise für Ausstellung, Sonderausstellung oder Veranstaltungen. Das Angebot von kleinteiligen bzw. kleinmaßstäblichen Raumboxen – welche Kindern das Wahrnehmen der Umwelt z.B. aus der Mausperspektive ermöglichen soll – und größeren zusammenhängenden Raumzonen erlaubt im Inneren dramaturgische Strukturen, unterschiedliche Inszenierungen und abwechslungsreiche Raumfolgen. Wenige punktuelle Öffnungen für gezielte Ausblicke sowie schrägstehende Glaswände im 2.OG vernetzen das „neue“ Haus mit den historischen bestehenden Aussenwänden und seiner Umgebung und verstärken so eine visuelle Interaktion. Alle Ebenen sind barrierefrei zugänglich.
Dezember 2022
nicht offener Architekturwettbewerb mit vorgeschaltetem, EU-weitem Bewerbungsverfahren
7 Teilnehmer
in Zusammenarbeit mit Heide Mühlfellner (Kaschl-Mühlfellner Architekten)